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Arbeitsmarkt Norddeutschland: Fehlzeiten und Fluktuationen sinken, Fachkräftemangel im Fokus

Die Corona-Pandemie hat den Arbeitsmarkt in Norddeutschland stark verändert. Nach dem Abflauen der Pandemie im Jahr 2023 zeigen sich erste positive Entwicklungen: Obwohl die Fehlzeiten der Beschäftigten zurückgehen, bleiben sie weiterhin auf einem höheren Niveau als vor der Pandemie. Gleichzeitig sinkt die Fluktuationsquote, was auf eine höhere Zufriedenheit der Arbeitnehmer mit ihren Arbeitgebern hindeutet.

Zu diesen Ergebnissen kommt die 45. Fehlzeiten- und Fluktuationsstudie des AGA Unternehmensverbandes, die unter norddeutschen Händlern und Dienstleistern durchgeführt wurde.

Leichter Rückgang der Fehlzeiten

Im Jahr 2023 fehlten die Beschäftigten aufgrund von Krankmeldungen an 17,4 Arbeitstagen (2022: 20,15). Damit sank der Krankenstand von 7,7 Prozent im Jahr 2022 auf 7,3 Prozent im Jahr 2023. Insgesamt haben die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der befragten Unternehmen an 20,5 Prozent der Arbeitstage gefehlt (2022: 21,1 Prozent).

Gesunkene Fluktuation von Arbeitnehmern

Auch die Fluktuationsquote hat bei den norddeutschen Händlern und Dienstleistern im Jahr 2023 insgesamt abgenommen. Im Vergleich zum Vorjahr sank sie um 1,1 Prozentpunkte auf 15,3 Prozent. Jedoch zeigen sich Unterschiede zwischen einzelnen Branchen:

  • Groß- und Außenhandel: Die Arbeitnehmer-Fluktuation sank um 1,5 Prozentpunkte auf 12,7 Prozent.
  • Dienstleistungssektor: Rückgang der Fluktuation der Mitarbeiter auf 17,7 Prozent (2022: 19,5 Prozent).
  • Einzelhandel: Fluktuationsquote steigt auf 23,5 Prozent (2022: 21,0 Prozent).

Herausforderungen im Einzelhandel

“Im Einzelhandel, im Eventbereich sowie in Hotellerie und Gastronomie sind Arbeitskräfte schwer zu finden und zu halten”, so Volker Tschirch, Hauptgeschäftsführer des AGA Unternehmensverbandes und des Einzelhandelsverbandes VMG Nord. “Lange Arbeitszeiten, Wochenendarbeit und Leistungsvorgaben schlagen sich auf die Zufriedenheit und erhöhen die Fluktuation. Viele Beschäftigte im Einzelhandel, insbesondere Studierende oder Aushilfskräfte, sehen den Job als Übergangslösung und wechseln häufiger den Arbeitgeber.”

Unterschiedliche Fluktuationsarten

Bei der Fluktuationsquote kann zwischen der beeinflussbaren und der unbeeinflussbaren Fluktuation unterschieden werden.

  • Unbeeinflussbare Fluktuation: 8,5 Prozent der Beschäftigten schieden aufgrund von nicht-beeinflussbaren Faktoren (Rente, Wohnortwechsel, betriebsbedingte Kündigung, etc.) aus ihrem Unternehmen aus (2022: 8,0 Prozent).
  • Beeinflussbare Fluktuation: Die beeinflussbare Fluktuation sank um 2 Prozentpunkte, das heißt 6,8 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der befragten Unternehmen haben im Jahr 2023 von sich aus den Job gekündigt.

Erfreuliche Entwicklung am Arbeitsmarkt – Kernproblem Fachkräftemangel bleibt

Die ersten positiven Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt in Norddeutschland sind erfreulich. Der Fachkräftemangel bleibt eine große Herausforderung, insbesondere in einigen Branchen. Unternehmen sollten verstärkt in die Mitarbeitergewinnung und -bindung investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Quelle: “AGA-Umfrage Fehlzeiten & Fluktuation”

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